© 2016-19 Theresa Berger

Atopie 

2012

 

Zeichnungen: Acryl auf Papier 21x29,7 cm 

Installation Körperpilz: Pappmaschee 100x250x200 cm 

Installation o.T.: Wolle, verschiedene Objekte (gefunden) 130x100x200 cm


Der Schwerpunkt dieser Arbeit liegt auf der Haut, die von Krankheiten, Allergien und verschiedenen anderen Belastungsfaktoren befallen ist. Die Haut ist ein wichtiger und offensichtlicher Bestandteil unseres Körpers und verlangt viel Aufmerksamkeit und Pflege. Jeder Mensch verbringt viel Zeit in seinem Leben sich mit Unreinheiten im Gesicht oder am Dekolleté, Hautbräune, Make-up, Verletzungen oder allgemein gesagt dem Äußeren zu beschäftigen. Wir versuchen auch künstlerisch in das Aussehen unserer Haut einzugreifen, indem wir uns Tattoos und Piercings machen lassen.
Doch wenn die Haut erkrankt, verstärkt sich die Unzufriedenheit über den Zustand der eigenen Haut und dominiert unser Körperempfinden, denn die Haut benötigt viel Pflege und ist allgegenwärtig. Hautkrankheiten lassen sich schwer verstecken. Die entzündeten und rötlich verfärbten Hautpartien sind für jeden offensichtlich. Die Haut ist eine Hülle die unseren Körper umgibt. Fragen wie: „Was ist das?“ oder „Ist das ansteckend?“ verunsichern und machen die ohnehin schon große Scham noch schlimmer. Nicht nur die Krankheit, das fehlende Selbstbewusstsein, die eigenen Mitmenschen und viele weitere Faktoren bilden einen Schatten, der die Betroffenen verfolgt. 

 

Indem ich meine Forschungen zu diesem Thema tagebuchähnlich mit Zeichnungen festgehalten habe, kann ich vielleicht nicht nur mir einige Antworten zu diesem Thema geben, sondern auch die Gesellschaft in künstlerischer Form auf ein Problem unserer Zeit – eine Zeit geprägt durch Schönheitskult (wobei es den ja immer gab...), plastische Chirurgie und Avatare – aufmerksam machen.

Die Installation „Körperpilz“ ist meine Freie Interpretation der Erkrankung des Darmes durch „negative“ Pilze. Diese äußern sich über Hautirritationen und stellt einen weiteren Belastungsfaktor bei Neurodermitis dar, indem sie sich von Säuren und Zuckerhaltigen Nahrungsmitteln ernähren.

Sich mit Neurodermitis zu befassen, heißt sich mit der Haut an sich zu beschäftigen. O.T. heißt die Installation in der ich mich mit den Phasen meiner erkrankten Haut beschäftige. Diese wechseln von trocken, zu aufgerissen bis hin zu pulsierend. Beschrieben werden diese Phasen durch verschiedene Objekte, die widerspiegeln wie ich diese empfinde und wie diese Aussehen. Durch eine neu erschaffene organische Form werden diese Objekte verbunden und ergeben eine Gesamtkomposition.

Mit dieser Ausstellung möchte ich den Besuchern diese Krankheit näher bringen und zeigen was es bedeutet Neurodermitis zu haben.