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mein sind die jahre nicht - Theresa Berger, Lisa Zwinzscher, Foto Sarah Weiselowski, Lichtinstallation, getrocknete Pflanzen,Andreas Gryphius, vertontes Gedicht, Barock, Verfall, memento mori, Lichtkasten
mein sind die jahre nicht - Theresa Berger, Lisa Zwinzscher, Foto Sarah Weiselowski, Lichtinstallation, getrocknete Pflanzen,Andreas Gryphius, vertontes Gedicht, Barock, Verfall, memento mori, Lichtkasten

Mein sind die Jahre nicht

2017 und 2025
200 x 84 x84 cm
Holz, Pflanzenteile, Kunststoffperlen, Leim, Polycarbonat

audiovisuelle Installation


ein Gedicht von Andreas Gryphius vertont von Lisa Zwinzscher

Betrachtung der Zeit

Mein sind die Jahre nicht,
die mir die Zeit genommen;

mein sind die Jahre nicht,
die etwa mögen kommen;
der Augenblick ist mein,
und nehm ich den in acht,
so ist der mein,
der Zeit und Ewigkeit gemacht.

Historische Gebäude, allen voran herrschaftliche Schlösser, unterlagen und unterliegen ständigen Veränderungen. Ehemals prunkvoll gestaltete Räume wurden aufgrund neuer Moden und eines neuen Zeitgeistes purifiziert, verändert und umgestaltet. Nutzungsänderungen sorgten bei nicht wenigen Residenzen für einen Substanzverlust, der durch denkmalpflegerische und restauratorische Maßnahmen zumindest gestoppt werden soll. Bereits Verlorenes kann zwar häufig rekonstruiert werden, das Alte ist dennoch vergangen - ein neues Kapitel wird geschrieben.

Der Titel verweist auf ein Gedicht des schlesischen Lyrikers Andreas Gryphius (1616-1664), in dessen Zentrum das für den Barock allgemein typische Motiv der Vanitas steht. Die Vergänglichkeit alles Irdischen offenbart sich hier durch die verwendeten Materialien und das Schattenspiel. Aus dem Vergehen entsteht etwas Neues. Dieses Wechselspiel von Vergehen und Werden betont ganz im Geiste Gryphius das Augenblickliche als festen Ankerpunkt des Bewusstseins.

Fotografie Mitte und Detail von: Sarah Weiselowski 

oben: Ausstellungsansicht Schlossmuseum Altenburg ( „Altenburger Trialog - ein Gastspiel junger Kunst“)

© 2016-24 Theresa Berger

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